Gerald Fränkl Blog

14.06.05

Ein Problem namens Künstlersozialkasse

Kennst du die Künstlersozialkasse?

Das ist schon das erste Problem: sie ist völlig unbekannt - auch bei Verlagen. Und die Verlage etc. sind es ja, die die Künstlersozialkasse zum erheblichen Teil finanzieren sollen.

Die Künstlersozialkasse ist so ähnlich wie die GEZ: sie soll Geld einsammeln um angeblich das Gemeinwohl zu fördern. Nur dass die KSK das für den Bereich der Künstler tun soll.

Hauptberufliche Künstler (die einen sind Millionäre, die meisten Bettler) erhalten damit 50% ihrer Krankenversicherungsbeiträge von den Verlagen bezahlt.

Es ist mir absolut rätselhaft und vor allem unverständlich: warum muss JEDER Freiberufler und jeder Selbständige seine Krankenversicherung zu 100% selbst bezahlen? Und NUR Künslter erhalten einen staatlich verordneten Bonus? Fördert ein Arzt, ein Ingenieur, ein Berater nicht das Gemeinwohl mindestens (!) genauso wie ein Künstler? Ein erfolgreicher Künstler braucht die KSK nicht, ein erfolgloser muss sich die Frage gefallen lassen, warum er nicht halbtags im Supermarkt an der Kasse sitzt! Und falls er das nicht tut, warum ihn die Gemeinschaft finanzieren soll.

Jetzt gibt's aber noch ein Problem: eigentlich müssten aller Verlage einzahlen. Tuns sie aber offenbar nicht.

Die Kosten der KSK sind offenbar aus dem Ruder gelaufen, die Verwaltungskosten sind nicht mehr zu rechtfertigen. Und gleichzeitig sind die Einnahmen dramatisch gesunken.

Als "Rache" wurde der Beitrag der Unternehmen (Verlage etc.) von etwa 4% auf 6% angehoben. Man stelle sich diesen Wahnsinn mal ernsthaft vor!

Ich habe selbst mit der KSK Kontakt gehabt: telefonisch nur zu Amtsstubenzeiten zu erreichen, unhöflich (4 Mitarbeiter!) und einfach VIEL zu bürokratisch. Die Reaktionszeiten liegen bei etwa 3-6 Wochen! (wenn man anbietet, dass man zukünftig einzahlen möchte)

Es wurden neue Mitarbeiter eingestellt um mehr Einzahler zu finden - offenbar investieren die ihre Zeit falsch: Nach fast 2 Jahren haben wir im Verlag nichts von der KSK gehört und uns jetzt selbst gemeldet. Das Finanzamt, die IHK u.a. melden sich sofort nach der Gewerbeanmeldung, warum nicht auch die KSK? Dafür bräuchte man keinen einzigen (!) zusätzlichen Mitarbeiter.

Aber solange Ulla Schmidt für die KSK zuständig ist, wird sich sicher nichts verbessern.

Meine Forderung: KSK sofort abschaffen und stattdessen die 100 Mio. Eur Staatszuschuss direkt auszahlen und die Verlage im Rahmen der Steuerveranlagung mit 2% auf die Autorenhonorare belasten. Das ist 99% weniger Bürokratie und fair.

Aktueller Artikel zum Thema: www.musikmarkt.de/content/news/news_2.php3


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