Da ich selbst ja schon ein paar Unternehmen, alle in München, gegründet habe, weiß ich, worum es geht. Entgegen der Auffassung des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (siehe Artikel) geht es bei Existenzgründung eben nicht vorrangig um Büroflächen und Quak-IHK-Beratung. Sondern es geht darum, vor allem auf Landes- und Bundesebene - völlig überflüssige Bürokratie abzubauen, die Steuergesetzgebung zu vereinfachen, überflüssige städtische Satzungen wegen Zweckentfremdung von Wohnraum, abzuschaffen! Es sei zur Ehrenrettung der Stadt gesagt, dass das Existenzgründerbüro wohl inzwischen wirklich ganz gut geworden ist und dass man dort Deppen auch sagt, dass die Deppen sind und das Gründen besser sein lassen. Was ich vor 10 Jahren mit dem Haufen erlebt hat, hat jeder Beschreibung gespottet, so dass ich mich selbst anderweitig informiert hatte und vieles nach dem Bauch entschieden habe - und schlussendlich von allem das Gegenteil gemacht habe, was das Existenzgründerbüro gesagt hat - und damit Erfolg hatte. Das Argument der Gründungsnetzwerke möchte ich in der Luft zerfetzen. Das ist zu 95% nutzloses Blabla. Denn ein Lahmer und ein Blinder, die sich gegenseitig helfen, machen noch lang keinen Sehenden und Gehenden. Das einzige, was man hier gelten lassen kann, ist die Motivationskraft. Aber auch das halte ich für einen Trugschluss. Als Existenzgründungswilliger muss ich aus mir selbst heraus schon so motiviert sein, dass ich externe Motivation durch andere (meist auch "nur" hilfesuchende) Gründer gar nicht brauche. Ansonsten werde ich scheitern. Und meine Erfahrung bestätigt das. Man braucht diese unbändige Motivation von der ersten Sekunde an, um nicht schon nach mehr oder weniger langer Zeit zu scheitern!!! Angesichts der unzähligen leerstehenden Büro- und Gewerbeflächen in München (auch in Zeiten des Aufschwungs) halte ich die Idee der Gewerbehöfe zwar für grundsätzlich gut, aber für Geldverschwendung, weil die Stadt lieber gebrauchte Immobilien anmieten oder kaufen sollte, um sie dann günstig weiter zu vermieten. Von den Gründern könnte man als Mindestes erwarten, dass Sie bei der Sanierung, z.B. Malerarbeiten o.ä., selbst Hand anlegen. Nicht die gebratenen Hendl in den Mund werfen, da entsteht ein falscher Eindruck und die Selbständigkeit wird zu schmackhaft gemacht - schmackhafter als sie in vielen der kommenden Jahre nach der Gründung sein wird.