Gerald Fränkl Blog

03.03.13

Leserbrief an ADAC-Motorwelt wegen Polemik in der Ersatzteildiskussion

Kategorie: Autos und Mobilität, Politik

Ich habe letzte Woche einen Leserbrief an die ADAC-Motorwelt-Redaktion geschickt, weil es mir wiederholt aufgefallen ist, dass man in - vollkommen berechtigten - Diskussionen die Sachargumente durch verkürzte Darstellung und/oder einenen kräftigen Schuss Polemik würzt - und aus meiner Sicht damit der Sache einen Bärendienst erweist.


Meine Mail:

Sehr geehrte Redaktion, 

seit geraumer Zeit ärgert mich, dass bei vollkommen berechtigten Anliegen von ADAC-Seite polemisiert wird. Ja, natürlich langen die Kfz-Hersteller bei den Ersatzteilen zu, würde das nicht jeder von uns auch so machen, wenn er dazu die Chance hätte?

Warum berichten Sie nicht sachlich und schreiben in einem Halbgott, dass die Stahlpreise, die für einen Kotflügel nun mal erheblich sind, kräftig gestiegen sind und  einen erheblichen Teil des Preisanstiegs ausmachen? 

Warum erwähnen Sue nicht, dass auch die Werkstätten eine Mitschuld tragen? Nur ein ganz kleiner Teil der Werkstätten gibt Einkaufsrabatte auf Ersatzteile - zumindest teilweise - weiter. 

Und dann gibt es noch Werkstätten, z.B. die MAHAG, die für eine Reparatur schlappe 20% mehr haben möchte als der Gutachter ermittelt. Auch das ist ein Teil dieses Themas. 

Ihre Argumentation bleibt doch gleich gut, nur erzeugen Sie weniger Trotzreaktion bei den Politikern - auf Polemik reagiert man dort sicher nicht so gern und schnell wie auch Sachargumente, wie z. B. ein konkreter Produktbeschreibung oder konkrete Preisvergleiche. 

Nebenbei: dass die Politik die letzte große Milliardenindustrie in unserem Land nichtbehelligen will, ist doch fast verständlich? 

[...]

 

Schöne Grüße, Gerald Fränkl

[...]

 


3 Antworten zu diesem Blogeintrag

  1. Kommentar von Helmut Schulz
    Montag, 10-02-14 23:06 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin schon sehr lange ADAC-Mitglied. Die Vorkommnisse beim ADAC sind natürlich sehr unerfreulich. Andererseits hielt ich die Verleihung des "Gelben Engels" schon immer für eine fragwürdige, wenn nicht unnötige Angelegenheit. Die Autohersteller nahmen natürlich gerne die Gelegenheit wahr, sich zu präsentieren, um nicht zu sagen, kostenlos Werbung für sich zu machen. Für den ADAC das Ganze jedoch ein Nebenschauplatz, denn die Kernaufgaben liegen woanders. Nämlich in den ausführlichen Informationen über möglichst viele Autos und der Hilfe bei Pannen, vielleicht noch (aber nur vielleicht!) Berichte über Verkehrsrecht.
    Auch die übermäßig häufigen Darstellungen von Reisezielen gehören nicht zu einem Automobilclub. Dass letztere immer mehr zunahmen und Autos in den Hintergrund rückten, störte mich an der "Motorwelt" zunehmend. Ich war mit Lesen immer schneller durch.

    Von den Firmen mit wirtschaftlichen Interessen (z.B. Versicherungen oder Reiseunternehmen) sollte sich der ADAC trennen. Die Zusammenhänge haben ein "Gschmäckle".

    Dass bei den Nebenschauplätzen geschummelt wurde, liegt in der Natur der Sache. Auch ist die Versuchung bei solchen Angelegenheiten zu groß.

    Deshalb sollte man sich bemühen zu differenzieren:
    Die Empörung in der Öffentlichkeit ergießt sich über den ganzen ADAC. Das ist aber völlig unangebracht: Die Kernaufgaben, so sieht es bis jetzt aus, hat der ADAC gewissenhaft wahrgenommen. Was jetzt auch von offiziellen Stellen, z.B. dem Justizministerium, verlautbart wird, gehört zum großen Teil zu Biertischweisheiten. Der ADAC ist nicht abgrundtief schlecht, und es ist an der Zeit, sich das bewusst zu machen. Wer aus dem ADAC austritt, sollte sich bewusst machen, ob es tatsächlich eine Alternative gibt, ob sie das hergibt, was man sich vorstellt und ob sie in Notfällen so souverän reagieren kann wie das der ADAC in der Regel tut. Nebenbemerkung: Der ADAC sollte auch hier aufhören, sich selbst zu beweihräuchern - das macht unglaubwürdig.

    Deswegen sollte man nicht in Aktivismus verfallen und nicht nur aufklären und zugeben, was schief gelaufen ist, sondern nüchtern herausfinden, was zum ADAC gehört und was nicht. So dass jeder wieder guten Gewissens von einem Automobilclub sprechen kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Schulz

  2. Kommentar von jasmund joachim
    Dienstag, 08-11-16 13:43 Uhr

    Ein verbot von Dieselfahrzeugen in der Stadt ist blödsinn. Es giebt Leute die sind auf einen starken Diesel angewiesen. Ich fahre einen grossen Diesel SUV weil ich immer einen Anhänger ziehe hole gebrauchr Möbel ab und bringe Sie nach kroatien, die meine Frau da verkauft. Mit einem Benziner geht das garnicht, kein zug dahinter und erheblich mehr sprit verbrauch. Bin sogar am überlegen mir einen anzuschafen mit mindesten 300PS.

  3. Kommentar von horst arnold
    Donnerstag, 09-03-17 20:50 Uhr

    betr.LKW-Notbremssysteme .Um diese schrecklichen Auffahrunfälle deutlich zu reduzieren müßten erstmal die Tempomaten aus den LKW`´s verschwinden.Sie fördern die Unaufmerksamkeit und die Rücksichtslosigkeit gerade zu heraus.In 80km.h Zonen auf Autobahnen wird mit 90u.mehr unvermindert duchgezogen und mit Lichthupe und Horn durchgesetzt bzw. mit der Wippe geringfügig rduziert aber nicht gebremst.Tempomat schaltet aus. Notbremssyst. verleiten dazu,unaufmerksam zu werden. Anstatt immer mehr sog.Assistenten einfach mehr LKW-ONLY Parkplätze.

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