Gerald Fränkl Blog

21.01.18

Einkommensschere in Deutschland - was ist das eigentliche Problem

Kategorie: Politik, Gesellschaft

Euro 12/2017 zitiert Wirtschaftsnobelpreisträger Angus Deaton bezüglich der Ungleichheit der Einkommen:

"... die meisten Leute haben kein Problem damit, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerburg oder andere Unternehmensgründer Milliarden haben. Es geht mehr um die fehlende Gleichheit bei den Chancen, selbst voranzukommen. Chancengerechtigkeit und Fairness sind den Menschen meines Erachtens wichtiger als Ungleichheit im Einkommen."

Auch wenn er sich primär auf die USA bezieht, stimme ich da stark zu. In Deutschland haben wir zwar sicher noch bisschen das Thema "Neid", aber im Wesentlichen glaube ich auch, dass es in wesentlichem Umfang darum geht, selbst die Chancen zu haben, dorthin zu kommen, wo der Vorstandschef der eigenen Firma ist. 

Den "dumme" Teil dieses Themas (die Leute, die faul sind und neidisch) wird man weder durch eine sich schließende Einkommensschere noch durch mehr Chancengleichzeit beseitigen können. Gegen diesen Punkt ist selbst die Politik machtlos.

Deaton spricht auch von der zunehmenden Schwächung von Gewerkschaften. Da stimme ich ihm nur halb zu. In Deutschland finde ich, dass wir alles andere als schwache Gewerkschaften haben. Wir haben ein anderes Problem: Gewerkschaften, die sich um des Selbstbeschäftigungswillens und des Postengeschacheres mehr mit sich selbst anstatt mit den Interessen Ihrer Mitglieder beschäftigen. Ich kann mich noch an die Diskussion während meines Studiums (also vor etwa 15 Jahren!) erinnern, dass die Gewerkschaften gar nicht die Interessen der "kleinen" Leute verfolgen und die Niedrigstlöhner sogar bewusst über die Klippe springen lassen, damit das durchschnittliche Gewerkschaftsmitglied (Facharbeiter) mehr Geld etc. bekommt.


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